| >> zurück | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Karl Barth 1899/1900 Harnack: Wesen des Christentums als Selbstdarstellung des bürgerlich idealistischen Zeitalters, optimistischer Glaube an den Geist, an den Fortschritt in der Geschichte, Gott und Welt, Religion und Kultur, Glauben und Denken, göttliche Gerechtigkeit und irdische Ordnung, Thron und Altar. 1914 Manifest der Intellektuellen für den Krieg Barth konnte diese Lehrer , ihre Theologie und ihre Ethik nicht mehr akzeptieren, weil sie offen für die Kriegspolitik Wilhelm II eintraten. Die Verkündigung des Wortes Gottes ist für Barth der entscheidende Ansatz "wir sollen als Theologen von Gott reden. Wir sind aber Menschen" gegen Geschichtspantheismus, Nicht Ehrfurcht vor der Geschichte (Jesus als Vorbild), sondern Ehrfurcht vor Gott" Dominus dixit Ansatz nicht beim Menschen, sondern bei Gott. Der Mensch kann nur das Wort Gottes hören und auslegen. Römerbrief: 1919, 1921 HKM hat nur ein begrenztes, relatives Recht, Nähe zur Verbalinspiration, Barth eifert wie ein Profet für Gottes Gottheit, Gott ist im Himmel und du auf Erden "Die höchste Entfernung zwischen Gott und Mensch ist ihre wahre Einheit" Zahrnt:"Hier wird alles menschliche Denken, Fühlen und Lieben gegenüber Gott so streng aus dem Glauben ausgeschieden, daß man fast sagen kann, Barth lange aus christlicher Radikalität beim Atheismus an." Gottes Offenbarung ist die Krisis der Welt Ähnlich Spengler. Untergang des Abendlandes, Erschütterung des Kulturoptimismus Christus: nur von oben gesehen, sein Leben hat keine psychologische oder historische Breite, Anschaulich wird das Leben Jesu nur im Kreuz, in der Gottverlassenheit. Gott geht nicht wirklich in die Geschichte ein, nur wie Tangente Kreis berührt. Die Offenbarung verhüllt mehr, als daß sie offenlegt. Finitum non capax infiniti. Dialektische Theologie: Gottes Offenbarung in der Schöpfung Gottes Verborgenheit / Ebenbildlichkeit des Menschen Sünde àUnangemessenheit aller menschlichen Aussage über Gott. Keine Synthese!! Kritik Tillich: Dialektik wird nirgends aufgehoben, sie wird zur Position. Glaube ist "das Ende aller idealistischen Himmelsstürmerei", "das Ende aller Anschaulichkeit und Begreiflichkeit" Glaube ist keine Position, nur Hohlraum. Verhältnis zur Kultur: distanziert, kritisch, nicht bestätigend , nicht Verklärung der gegenwärtigen Welt, sondern Botschaft vom Kommenden. "Mit starker Hand hält sich die Kirche den Militarismus vom Leibe, mit freundlicher Geste aber auch den Pazifismus". Religion bildet den äußersten Gegensatz zum Glauben "Aufrichtung der romantischen Unmittelbarkeit, Vergöttlichung des Menschen, die wahre Religion ist nicht Erfüllung (Schleiermacher), sondern Spaltung, Zerreißung des Menschen. Kirche ist organisierte Religion Zu Schleiermacher: 19. Jhrd. War das Jhrd. Schl., anthropozentrisch nach Zusammenfall des alten Weltbildes, Mensch war das Subjekt, Gott das Prädikat. "Reden über die Religion" è "Römerbrief" Harnack gegen Barth: 15 Fragen an die Verächter der wissenschaftlichen Theologie unter den Theologen.Ohne geschichtliches Wissen und kritisches Nachdenken tauscht man einen erträumten Christus für den wirklichen ein. H. trennt Theologie nicht von Kultur- und Geistesgeschichte wie Barth es tut. "Wer so wie Barth das Band zwischen Gott und Kultur, zw.dem Glauben und dem Menschlichen zerschneidet, wird sich nach H.s Überzeugung auf die Dauer nicht vor der Barbarei und dem Atheismus schützen können." Zwischen den Zeiten: Jetzt ist nicht die Zeit der neuen Programme, sondern der Buße." Gott bedeutet die totale Aufhebung des Menschen, seine Verneinung, seine Infragestellung, das Gericht für den Menschen" (Bultmann). Vorbereitung der Dialektischen Theologie: {Otto Das Heilige 1917 Jenseits des Ethischen und Rationalen, das Numinose: erschauern, erschrecken, Zorn Gottes, das Unheimlich- Furchtbare, zugleich anziehend, faszinierend. Es lebt in allen Religionen à Kreaturgefühl : das Erleben des Versinkens und Vergehens im eigenen Nichts gegenüber dem, was aller Kreatur schlechthin überlegen ist. Wiederentdeckung des Dämonischen im AT dunkle Seite der Religion {der Leben Jesu Forschung durch Schweitzer 1906 Jesusbilder waren geprägt von den weltanschaulichen Voraussetzungen des 19. Jhrds.: "Das Reich Gottes ist inwändig in euch" Das Wahre, Gute , und Schöne. Schweitzer zeichnete ein anderes Jesus Bild: Jesus als weltferner Apokalyptiker, der gescheitert war. Konsequent eschatologische Deutung nicht Verklärung der Geschichte, sondern ihr Ende. {Methode, Bultmann Textteile zurückverfolgen bis in ihr mündliches Stadium. Zusammenhang mit dem Glauben und Leben der ersten Gemeinde. Das entscheidende Motiv ist die Predigt. Die Tradition von Jesus verdankt ihre Entstehung und Formung glaubensmäßigen Interessen. Ein vom Glauben freies Jesusbild hat es nie gegeben.Wir haben Jesus nur im Kerygma. Der Herr hat geredet heißt Der Herr redet heute Theologische Existenz 1933 Bruch mit Gogarten, der den Deutschen Christen beitrat und Emil Brunner (Natur und Gnade: Gott offenbart sich auch in der Schöpfung. Die Verachtung der Natürlichen Theologie führt zur Isolierung der Kirche.) Barth verweigerte den Beamteneid auf den Führer. Althaus: "Ich konnte es nie verstehen, wie man es kirchlich und theologisch verantworten wollte, die ganze Welt der Natur und Geschichte dem Skeptizismus und Säkularismus preiszugeben, nachzusprechen, was die atheistische Philosophie an Entgottung unseres Lebens geleistet hatte mit dem Anspruch, dadurch die Ehre Christi zu wahren, daß er der einzige Weg zum Vater sei." Durch die Uroffenbarung steht der Mensch auch vor der Offenbarung Christi vor Gott: Sprache, Gewissen, Normen des Guten. Bindung an das Volk, die viele Zeitgenossen ergriffen habe als Erweis dafür, darin dem Heiligen und Unbedingten zu begegnen. Barthts NEIN! Das Wie ist für ihn nur eine Randfrage, das Evangelium ist ein geschehen, das sich in seinem Vollzug selbst bezeugt. "Wir treffen hier bei Barth auf einen christlichen Radikalismus, bei dem wir uns fragen müssen, ob er noch christlich ist. "... er traut dem Bibelwort magische Wirkkraft zu. Wo aber die Magie anfängt, dort hört die Geschichte auf." (Zahrnt, 72) Menschlichkeit Gottes: Wandel in der KD "Daß sie im Argen liegt, das weiß die Welt auch so nicht aber, daß sie in den guten Händen Gottes von allen Seiten gehalten ist." (Barth). Jungfrauengeburt spielt große Rolle, weil sie die totale Ausschaltung des Menschen dokumentiert. Christologischer Universalismus: Barth setzt bei der Präexistenz Christi an. Dort alles schon beschlossen, die gesamte Geschichte und Ewigkeit. Was Vaterschaft ist, wird uns nur darin deutlich, daß Gott der Vater Jesu Christi ist. Priorität der Gnade Gottes. Freiheit Gottes zur Liebe und zur Gnade. Gottes Gnadenwahl Die Schöpfung ist der äußere Grund des Bundes, der Bund der innere Grund der Schöpfung. Keine Verselbständigung der Schöpfung. Bund Gottes mit den Menschen ist das Ziel aller Geschichte. Die Heilsgeschichte ist die Geschichte Barth kehrt das Verhältnis von Natur und Gnade um. Schöpfung ist nur die Erstellung des Raumes für den Gnadenbund. "Weil Gott in der Freiheit seiner Liebe vor aller Zeit beschlossen hat, Gnade zu üben, und um dieser Gnade nun einen Gegenstand und Empfänger zu geben und sich selbst einen Partner, darum ... erhält und regiert Gott den Menschen und die Welt. Analogia Relationis Innertrinitarisches Geschehen im Himmel hat seine Entsprechung auf Erden. In Jesus Christus ist der wahre Gott im wahren Menschen gegenwärtig. Die ontologische Bestimmung des Menschen ist, daß einer in ihrer Mitte der Mensch Jesus ist. Jeder Mensch ist Mitmensch Jesu. Durch die Inkarnation ist prinzipiell jeder Mensch geadelt. Auch der verruchteste Mensch ist noch Bruder Christi. Barth: Kann die in Christus geschehene Versöhnung der Welt mit Gott in etwas anderem bestehen, als darin, daß es mit ihr zu Ende ist? Die Wirklichkeit der Welt verflüchtigt sich. Alles Leiden der Welt sieht Barth in Analogie zum Leiden Jesu. "Hier wurde gelitten". Im Vergleich dazu ist alles andere uneigentliches Leiden. Ehe ist für ihn Analogie zum Gegenüber in der Trinität u. Abbild der Beziehung Christus Gemeinde. Prädestinationslehre ist das Herzstück seiner Theologie und begründet seinen chr. Universalismus. Sie ist nicht Finsternis und Licht, sondern es gibt nur eine Pr. Zum Heil. Gottes Gottes Gnadenwahl am Anfang. Er hat entschieden gnädig zu sein und nicht ungnädig. An Jesus Christus werden beide Seiten der Prädestination deutlich. "In der Erwählung Jesu Christi, die der ewige Wille Gottes ist, hat Gott dem Menschen das erste, die Erwählung, die Seligkeit und das Leben, sich selbst aber das Zweite, die Verwerfung, die Verdammnis und den Tod zugedacht." Der einzig wirklich verworfene Mensch ist Gottes Sohn selber. Tendenz zur Apokatastasis. Barth selbst verwahrte sich vor dem Vorwurf der Apokatastasis mit Verweis auf die Freiheit Gottes. Dennoch bleibt eine Spannung zwischen Gottes ewiger Gnadenwahl und der Entscheidungsfreiheit des einzelnen. Urzeitliches Perfektum Geschichtslosigkeit alles ist ja bereits entschieden durch Gottes Monolog im Himmel. Deswegen ist die Präexistenz Christi wichtiger als die Inkarnation. Das Böse ist das Nichtige.Es hat keine Substanz. Gott ist an ihm vorübergegangen. Das Böse ist nur noch ein Schatten. Kreuz ist nicht durch die Sünde bedingt, sondern durch seine in Ewigkeit beschlossene Selbstentäußerung. Weil Gottes Sache in der Welt schon gesiegt hat, darum braucht die Gemeinde diesen Sieg nur noch zu bezeugen. Wie die historische Distanz zu überwinden sei, hat Barth nie ernsthaft interessiert. Bonhoeffer über Barth: "B. hat als erster Theologe die Kritik der Religion begonnen, aber er hat dann an ihre Stelle eine positivistische Offenbarungslehre gesetzt, wo es dann heißt: friß Vogel, oder stirb!" Barths Verhältnis zu den Naturwissenschaften: "Man wird mir vermutlich vorhalten, warum ich mich mit den in diesem Zshg. Naheliegenden Fragen der Naturwissenschaft nicht auseinandergesetzt habe. Ich meinte es ursprünglich tun zu müssen, bis es mir klar wurde, daß es hinsichtlich dessen, was die heilige Schrift und die christliche Kirche unter Gottes Schöpfungswerk versteht, schlechterdings keine naturwissenschaftlichen Fragen, Einwände oder auch Hilfestellungen geben kann. ... Die Naturwissenschaft hat freien Raum jenseits dessen, was die Theologie als das Werk des Schöpfers zu beschreiben hat." KD III/ I | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| nach oben | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| weiter zu Rudolf Bultmann | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||