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Rudolf Bultmann, 1884 in Oldenburg geboren, seit 1921 ununterbr. In Marburg

-liberale Theologie: HKM und Verstehen, intellektuelle Redlichkeit
-dialektische Theologie
-Schüler bei Heidegger, der 21 – 28 in Marburg lehrte
-reformat. Rechtfertigungslehre

keine Sicherheit im Glauben, Bibelwort als Gotteswort nicht ausweisbar, "Völlig zufällig, völlig kontingent, völlig als ein Ereignis tritt das Wort in unsere Welt hinein."

Es geht um die Glaubensentscheidung, aber der Mensch muß verstehen, wofür er sich entscheiden soll, sonst wird Glaube zu einem Akt der Werkgerechtigkeit.

Bultm. Will den echten Anstoß des Evg. Freilegen, daß Gott in dem Menschen Jesus Christus zum Heil der Menschheit ghandelt hat. Die falschen, unechten Anstöße sollen beseitigt werden. B. will den Anredecharakter der bibl. Botschaft für moderne Menschen wieder verständlich machen. Glaube darf nicht verfälscht werden zu einem bloßen Fürwahrhalten von mirakulösen Dingen.

1941 Vortrag: Neues Testament und Mythologie deswegen wurde er nach dem Krieg bekannt, fast kam es zur Kirchenspaltung

Bonheffer über B.: "Er hat gewagt zu sagen, was viele in sich verdrängen (ich schließe mich ein), ohne es überwunden zu haben. Er hat damit der intellektuellen Sauberkeit und Redlichkeit einen Dienst geleistet. Der Glaubenspharisäismus, der nun dagegen von vielen Brüdern aufgeboten wird, ist mir fatal."

Wichtig in seinem Werk ist das Stichwort Erledigt
Höllen und Himmelfahrt
Apokalyptik
Parusie
Geister- und Dämonenglaube
Tod als Strafe für die Sünde, verursacht durch einen Ahnherrn
Lehre von der stellvertretenden Genugtuung durch das Sterben Christi
Auferstehung Christi, an der man durch die Sakramente Anteil hat

B:"Man kann nicht elektrisches Licht und Radioapparat benutzen, in Krankheitsfällen moderne medizinische und klinische Mittel in Anspruch nehmen und gleichzeitig an die Geister- und Wunderwelt des Neuen Testaments glauben."
Zur existentialen Inetrpretation des Mythos siehe AB Freiheit

Hermeneutische Fragestellung:
Welche heutige Philosophie bietet die angemessensten Vorstellungen zum Verständnis der menschlichen Existenz? Diese Begrifflichkeit fand B. bei Martin Heidegger. Ablehnung des positivistischen Historismus. Heidegger löste das geschichtliche Denken aus dem Subjekt-Objekt-Schema heraus.


Das Sein des Menschen ist nicht Vorhandensein, sondern es besteht im Vollzug des Existierens.
In einer historischen Quelle spricht sich eine Möglichkeit menschlicher Existenz aus.
Geschichtlich verstehen heißt nicht Vorhandenes feststellen, sondern jene Möglichkeiten vergangenen menschlichen Seins zum Bewußtsein bringen und sie als Möglichkeiten eigenen Sein-Könnens vergegenwärtigen.
"Damit aber steht der Mensch nicht mehr als das Subjekt in distanzierendem Denken der Geschichte als dem Objekt gegenüber und begreift sie, sondern er läßt sich von ihr ergreifen und in sie hineinziehen als ein Teil von ihr... Er erfährt die Geschichte als sein Geschick."
Geschichtlichkeit seines eigenen Daseins.
"Man kann nicht jemandem sagen, was Tod und Leben, was Sünde und Gnade ist, wie man ihm mitteilen kann, daß es
fleischfressende Pflanzen gibt... Vielmehr: reden wir zu jemandem über Tod und Leben, Sünde und Gnade, so reden wir zu ihm von seinem eigenen Leben, zu dem dies alles gehört, so gut wie Licht und Dunkel, Liebe und Freundschaft zu ihm gehören.
Das Vorverständnis

Der Mensch tritt mit bestimmten Fragen an den Text heran. Geleitet von einem bestimmten Interesse. Wer philosophische Texte interpretieren will, muß selbst von der Frage nach der Wahrheit bewegt sein. Subjektivität ist also nie auszuschließen.
"Ich weiß nicht eigentlich, was Tod und Leben sind; denn eigentlich könnte es nur gewußt werden, wenn das Leben an seinem Ende ist ... Aber doch haben wir ein eigentümliches Vorwissen darum, daß der Tod nicht ein bloßer Naturvorgang ist, ein einfaches Aufhören, sondern daß er die Probe unseres Lebens ist ... Wir wissen darum, wie man von Liebe und Freundschaft wissen kann, auch wenn man nicht Liebe gefunden hat, keinem Freund begegnet ist; wir wissen darum, wie auch der Blinde vom Licht und der Taube vom Ton weiß. Wir wissen darum – und wir wissen es doch erst eigentlich, wenn die Liebe geschenkt wird, wenn der Freund begegnet."

"
Der Mensch kann sehr wohl wissen, wer Gott ist, nämlich in der Frage nach ihm." Andernfalls würde er in keiner Gottesoffb. Gott erkennen.
Frage nach dem Glück
Heil
Sinn
Frage des Menschen nach sich selbst, nach der Eigentlichkeit seines Daseins
"Die Frage nach Gott und nach mir selbst sind identisch:"
cor nostrum inquietum est, donec requiescat in te

Die Existenzweise damals und heute gleicht sich darin, daß der Mensch stets auf Zukunft gerichtet ist, daß er gewinnen will, was er eigentlich ist.


EschatologischeExistenz = das Ende der Welt, das im Glauben bereits Ereignis wird, frei sein von der Welt, so haben, als hätte man nicht, in der Welt als ein Empfangender leben. Alle selbstgeschaffenen Sicherungen preisgeben. Leben aus dem Unsichtbaren, Unverfügbaren.

Nur die Liebe Gottes vermag den Menschen von sich selbst zu befreien. Sie muß als eine Tat Gottes offenbar werden.

Kreuz und Auferstehung zentral. Mythen erheben dieses Heilsereignis in kosmische Dimensionen. Deswegen ist es ständige Gegenwart für uns. Sich mit Christus kreuzigen lassen.

Stern kein Mirakel, sondern es unterstreicht die Bedeutsamkeit von Karfreitag als Heilsereignis.

Vergegenwärtigung dieses Geschehens als für mich geschehen: Christus begegnet uns im Wort der Verkündigung und ist nur dort gegenwärtig.

Auferstehung ins Kerygma. Damit werden alle Jenseitsspekulationen gegenstandslos. Aber es ist sein Wort, welches uns da begegnet.


Predigt selbst ist eschatologisches Ereignis. Alle theologischen Aussagen sind wahr als existentielle Aussagen.

"Will man von Gott reden, so muß man offenbar von sich selbst reden."
B. behauptet nicht, daß Gott außerhalb des Glaubens nicht wirklich sei, wie seine Kritiker mit Bezug auf Schleiermacher und Feuerbach einwenden, sondern daß er außerhalb des Glaubens nicht erkennbar sei.
Außerhalb der Predigt gibt es keinen Grund für den Glauben:
nicht der historische Jesus
keine bestätigenden Mirakel
keine seelischen Erlebnisse
Die Rückfrage nach der Berechtigung der Verkündigung ist schon ihre Ablehnung
Nicht der historische Jesus, sondern der gepredigte Christus ist der Herr
Das Wort der Predigt fragt uns, ob wir es glauben wollen oder nicht
Das Wort der Predigt stellt uns vor die Entscheidung, wie wir uns verstehen wollen

Für B. zählt nur das Daß des Lebens Jesu. Deswegen bevorzugt er Paulus, der Jesus dem Fleische nach nicht mehr gekannt hat (2 Kor 5, 16) und das Joh, das den Offenbarer Jesus in den Vordergrund stellt.
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