Reiner Hoffmann setzt sich auf ausführlich mit dem Informationsbegriff auseinander
C F von Weizsäcker zum Informationsbegriff
Siehe auch David Bohm zum Verhältnis <Materie, Energie und Bedeutung>
Klaus Windhöfel
<Können Computer Bedeutungen von Information erkennen?>
Informationen als den wesentlichen Teil des Lebens anzusehen, erweist sich als eine
Sichtweise, die viel zu erklären vermag. Sie erfüllt darüber außerdem eine
Grundforderung einer Teleologie der Evolution: Sie gibt ein Maß für Fortschritt an. Als
Maß für die Höherentwicklung kann man diejenige Menge an Informationen annehmen,
die ein Ökosystem ansammelt, speichert und sich nutzbar machen kann. Und daraus ergibt
sich eine sehr einfache Antwort auf die Frage, was Evolution ist: Evolution ist Lernen:
Der Kosmos kann als ein einziger allumfassender Organismus verstanden werden, der sich
in seiner juvenilen Phase befindet. Denn der Kosmos ist noch sehr jung in der Hinsicht,
wie lange das Universum noch bestehen wird. Möglicherweise sammelt er mit uns als
Menschen seine ersten intellektuellen Erfahrungen
Aus: Dr.Manzel, Evangelium der Naturwissenschaften, S. 110
Kommentar:
Ich schlage hier einige Differenzierungen vor, weil mir die Gleichung: Evolution
> Zuwachs an Information >Fortschritt zu einfach erscheint.
1. Es besteht ein qualitativer Unterschied zwischen dem biologischen Anwachsen von Information im Wechselspiel von Mutation und Selektion und den bereits im Tierreich beginnenden individuellen Lernvorgängen durch Versuch und Irrtum sowie der Weitergabe von <Kulturtechniken> an die Nachkommen durch Nachahmung wie z.B. bei den Menschenaffen.
2. Mit dem Homo Sapiens sind diese Lerntechniken nicht nur permanent verbessert worden (Denken = Hantieren im Vorstellungsraum als Überlebensvorteil), sondern im Medium der Sprache und des begrifflichen Denkens nebst einer Ausweitung der Gedächtnisleistung bekommt die reine Anhäufung von Information eine neue Eigenschaft: das Wissen der Information. Biologisch in der DNA codierte Information hat zweifellos jeden Menschen hervor gebracht, aber sie geht nicht einfach nur durch ihn hindurch. Gewiss steckt sie einen Rahmen ab, innerhalb dessen <geistige Informationsverarbeitung> nur stattfinden kann, aber weder determiniert sie den Inhalt seines Lernens noch instrumentalisiert sie es für die Fitness der Genreproduktion. Um einen Informationsgehalt kann ich nur wissen, indem ich von mir selber als dem Wissenden weiß.
3. Wir wissen um die in den natürlichen Abläufen codierte Information und von der kulturellen Information nur, indem wir ihre Bedeutung ermitteln oder vermittelt bekommen.
4. Wissen um Bedeutungsgehalte wiederum hat zu tun mit Werten bzw. Bewertung (Ethik), Empfindung in der Aufnahme von Bedeutungsinhalten (z.B. Freude an Bildung; Befriedigung darüber Zusammenhänge verstanden zu haben usw.), Ästhetik, Selbsterfahrung und Selbstverwirklichung (auch die Lebenserfahrung eines Individuums ist gewiss nicht unbedeutend),
nicht zuletzt auch mit der Suche nach Wahrheit und Sinn.
5. Es wird sicher weiter gehen mit der kulturell-technischen Evolution - hoffentlich unter verstärkter Wahrnehmung der Bedeutung der Verantwortung, in die wir gestellt sind im Hinblick auf den weiteren Weg, dennoch bin ich der festen Überzeugung, dass mit dem Aufkommen des Geistes in der Geschichte der Evolution des Universums ein Qualitätssprung erreicht worden ist, hinter den es kein Zurück mehr geben kann und darf.

Klaus Windhöfel
Zur Frage nach der Qualität von Information habe ich eine Folie/Textblatt entworfen. Es wird zwischen einfacher Information (algorithmisch kompressibler), chaotischer und organisierter Komplexität unterschieden.
Davies: Ich glaube, im Universum wirkt eine Art <Gesetz der wachsenden organisierten Komplexität>.