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Zitat aus seinem Hauptwerk <Die Welt als Wille und Vorstellung> 1819 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Schopenhauer 1788 1860 Begüterter Kaufmannssohn aus Danzig, nach kauf. Tätigkeit holte er mit 20 Gymnasium und Studium nach, Privatdozent in Berlin, wollte Hegel Konkurrenz machen, freier Schriftsteller in Frankfurt Hauptwerk: Die Welt als Wille und Vorstellung 1819 nur wenige 100 Exemplare verkauft, Auflage mußte eingestampft werden 18 Jahre veröffentlichte er aus Enttäuschung nichts mehr. Späterer Ruhm wegen einer ganz anders gearteten Schrift. Beeinflussung durch Kant. Sch. Glaubte, daß Ding an sich gefunden zu haben. Unmittelbar gegeben sind nicht die Dinge selbst, sondern nur meine Vorstellungen von ihnen. Wir erkennen nichts Absolutes, erst recht nicht Gott. Äußerlich erfährt der Mensch seinen Leib als Objekt der Vorstellung, innerlich als Ausdruck des Willens. Der Wille ist universal, Intellekt nur abgeleitet. Er erscheint als Drang, Trieb. Das innerste Wesen der Erscheinungen ist unbewußter Wille Der Wille ist das Ding an sich, die Brücke zwischen Subjekt und Objekt A. Schweitzer ist offenbar davon beeinflußt worden (mystische Vereinigung der gegeneinander stehenden Willen zum Leben, indem man zB. Leben rettet) Das Wesen der Welt ist also nicht Ratio oder Logos, der Wille ist ohne Sinn und Ziel Er spaltet sich in viele entgegengesetzte Willen. Gegen Leibnitz: die Welt ist nicht die beste, sondern die schlechteste, Leben ist Leiden Pessimismus , Leben, das von Anfang an Sterben ist, eingespannt zwischen erfüllten Wünschen und Langeweile Wunsch > Spannung , > Leiden > Befriedigung > Langeweile > Leiden >neuer Wunsch >der ewige Kreislauf Christentum ist im Wesentlichen eine die Welt verneinende Religion Freiheit im ansonsten streng determinierten Leben: mit Hilfe des wissenden Willens den Urwillen, den Lebensdrang verneinen Die Philosophie antwortet nicht auf WARUM Fragen, sondern sie untersucht das WAS. Ethik des Mitleides und der Askese. Die räumlich zeitliche Trennung eines Individuums vom anderen kann durch Mitleiden überwunden werden. Die Welt als Wille, worin alles eins ist. Das Individuum ist nur eine vorübergehende Erscheinung des Willens. Mit der Aufgabe des Willens erlöschen auch die Erscheinungen, ohne Willen keine Vorstellung, keine Welt. Am Ende steht das Nichts | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Es ist wirklich unglaublich, wie nichtssagend und bedeutungsleer, von außen gesehen, wie dumpf und besinnungslos, von innen empfunden, das Leben der allermeisten Menschen dahinfließt. Es ist ein mattes Sehnen und Quälen, ein träumerisches Taumeln durch die vier Lebensalter hindurch zum Tode, unter Begleitung einer Reihe trivialer Gedanken. Sie gleichen Uhrwerken, welche aufgezogen werden und gehen, ohne zu wissen warum; und jedesmal, daß ein Mensch gezeugt und geboren worden, ist die Uhr des Menschenlebens aufs neue aufgezogen, um jetzt ihr schon zahllose Male abgespieltes Leierstück abermals zu wiederholen, Satz vor Satz und Takt vor Takt, mit unbedeutenden Variationen. - Jedes Individuum, jedes Menschengesicht und dessen Lebenslauf ist nur ein kurzer Traum mehr des unendlichen Naturgeistes, des beharrlichen Willens zum Leben, ist nur ein flüchtiges Gebilde mehr, das er spielend hinzeichnet auf sein unendliches Blatt, Raum und Zeit, und eine gegen diese verschwindend kleine Weile bestehen läßt, dann auslöscht, um neuen Platz zu machen. Dennoch, und hier liegt die bedenkliche Seite des Lebens, muß jedes dieser flüchtigen Gebilde, dieser schalen Einfälle, vom ganzen Willen zum Leben, in aller seiner Heftigkeit, mit vielen und tiefen Schmerzen und zuletzt mit einem lange gefürchteten, endlich eintretenden bitteren Tode bezahlt werden. Darum macht uns der Anblick eines Leichnams so plötzlich ernst. Was aber das Leben des einzelnen betrifft, so ist jede Lebensgeschichte eine Leidensgeschichte: denn jeder Lebenslauf ist, in der Regel, eine fortgesetzte Reihe großer und kleiner Unfälle, die zwar jeder möglichst verbirgt, weil er weiß, daß Andere selten Teilnahme oder Mitleid, fast immer aber Befriedigung durch die Vorstellung der Plagen, von denen sie gerade jetzt verschont sind, dabei empfinden müssen ... Wenn man nun endlich noch jedem die entsetzlichen Schmerzen und Qualen, denen sein Leben beständig offen steht, vor die Augen bringen wollte, so würde ihn Grausen ergreifen: und wenn man den verstocktesten Optimisten durch die Krankenhospitäler, Lazarette und chirurgischen Marterkammern, durch die Gefängnisse, Folterkammern und Sklavenställe, über Schlachtfelder und Gerichtsstätten führen, dann alle die finsteren Behausungen des Elends, wo es sich vor den Blicken kalter Neugier verkriecht, ihm öffnen, und zum Schluß ihn in den Hungerturm des Ugolino blicken lassen wollte: so würde sicherlich auch er zuletzt einsehen, welcher Art dieser meilleur des mondes possibles ist. Woher denn anders hat Dante den Stoff zu seiner Hölle genommen als aus dieser unserer wirklichen Welt? Und doch ist es eine recht ordentliche Hölle geworden. Hingegen als er an die Aufgabe kam, den Himmel und seine Freuden zu schildern, da hatte er eine unüberwindliche Schwierigkeit vor sich, weil eben unsere Welt gar kein Materialien zu so etwas darbietet. Die Welt als Wille und Vorstellung, Band 1, § 58-59 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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