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>Definition des Glaubens nach Tillich
>Zur Theodizeefrage (Hans Jonas,Gottesbegriff nach Auschwitz)
>Platons Lehre von der Seelenwanderung
>Ideenlehre Platons
>Suizid und Opfertod in der Theologie und Ethik Bonhoeffers
>Symbollehre Paul Tillichs
>Text und Arbeitsblatt zur Sexualethik
 
Suizid und Opfertod in der Theologie und Ethik D. Bonhoeffers
Der Text umfasst 3 Seiten. Er enthält Auszüge aus Bonhoeffers Ethik. Einsetzbar für Sek II in Religion und Ethik.
Bonhoeffer unterscheidet zwischen eigennützigen und nicht eigennützigen Beweggründen beim Freitod. Eine moralische Verurteilung des Einzelfalls ist unmöglich. Der Opfertod eines Christen ist nur dann ethisch zu rechtfertigen, wenn das durch den eigenen Tod erstrebte Gut nicht eigennützig motiviert ist. Schuldig wird der Selbstmörder nicht vor menschlichen Instanzen, sondern nur vor Gott, der ihm das Leben gab.
Der Selbstmörder verweigert die Gnade Gottes, der ein Leben auch durch Scheitern hindurch zu seinem Ziel führen kann.
Als Einführung habe ich Bonhoeffers Ansicht zum Wert des Leibes voran gestellt. Der Leib hat auch für den Christen seinen eigenen Wert als Quelle des Glücks. Ablehnung der Askese.
  Textgrafik zur Symbollehre Paul Tillichs
SchülerInnen fragen oft, wie man sich Gott vorstellen könne. Sie kennen die traditionelle Redeweise von Gott als dem Vater, dem Geist, einem König, als der Liebe usw. Doch was ist damit gemeint; vor allem: meinen die Begriffe auf Gott bezogen, was sie aussagen? Man fragt sich unwillkürlich: Ist Gott männlich? Warum hat er dann keine weiblichen Anteile? Eine Schülerin fragte mich neulich ernsthaft, wie alt Gott denn wohl sei? Das verweist auf ein falsches, weil nicht-symbolisches Reden von Gott. Laut Tillich gibt es nur eine legitime nicht - symbolische Rede von Gott: Gott ist das Sein-Selbst.
Er ist die Seinsmächtigkeit, die Tiefe des Seins, das Allumfassende, ohne jedoch mit dem Sein identisch zu sein. Damit entgeht Tillich dem Pantheismus.
Grafik
Text
 
Arbeitsblatt zu Tillichs Definition des Glaubens:
Glaube ist das Ergriffensein von dem, was mich unbedingt angeht
Die Schüler sollen zu den einzelnen Begriffen Gedankenassoziationen aufschreiben. Diskutiert werden kann im Folgenden darüber, ob bzw. wo in dieser Formel der Begriff <Gott> eingebaut werden kann und über den notwendigen Unterschied zwischen Gott (unbedingt) und Götze (bedingt), sofern ich mich Endlichem hingebe. Tillich nennt als Beispiel den dämonischen Nationalsozialismus, dem sich viele bedingungslos hingaben.
Sexualethik
 
Text- und Arbeitsblatt zum Thema: Sexualität, Liebe und Ehe. Über die von den Schülern vorzunehmende Definition von Ethik (genauer: Moral) und Sexualität soll das Spezifikum der Sexualethik heraus gearbeitet werden. Es erfolgt eine Verhältnisbestimmung der drei o.g. Begriffe. Die Schüler sollen in der linken Spalte selbst Ausdrucksformen der Sexualität auflisten. Dabei dürften Gegensätze wie <zärtlich> <brutal>, <Partner bezogen> <selbst bezogen>, <homo> <hetero> usw. auftauchen, die im Unterrichtsgespräch weiter vertieft werden sollten. Einige wenige Informationen zur <Liebes-> und <Vernunftehe> sowie zur rechtlichen Form der Ehe befinden sich jeweils in den Spalten unten. Das Verhältnis der drei typischen Begriffe sollte dann im weiteren Unterrichtsverlauf thematisiert werden. <Sex ohne Liebe>, <Liebe ohne Sex>, <Sex und Liebe ohne Ehe> usw.
Die Kunst des Liebens, der Klassiker von E.Fromm räumt auf mit dem Vorurteil, als müsse man für die Liebe nichts tun. Das Textblatt enthält Zitate aus dem Vorwort. Die Textgrafik verweist auf jene Elemente, die laut Fromm unverzichtbar sind für das Erlernen der Kunst des Liebens: Hin-Geben, Fürsorge, Verantwortung, Respekt und Wissen.
Arbeitsblatt zum Thema <Sexualität und Moral> Die Schüler haben die Aufgabe, verschiedene auf dem AB aufgelistete Varianten von Sexualität einer Skala von 1-10 zuzuordnen unter den Aspekten <Gefährlichkeit> und moralische Bewertung von <erlaubt> bis <müßte härter bestraft werden>. Im Unterrichtsgespräch bzw. in der Auswertung sollte deutlich werden, dass unsere Beurteilungsmaßstäbe von kulturell-religiösen Normen abhängig sind, die wiederum in gesetzlichen Normen ihren Niederschlag gefunden haben. Es könnte darüber diskutiert werden, was wir bzw. die Gesellschaft unter <pervers> verstehen und ob nicht oft auch Vorurteile oder uneingestandener Neid eine nicht unerhebliche Rolle spielen bei der Beurteilung von Sexualpraktiken. Außerdem könnten Widersprüche in der Beurteilung erkennbar werden. Meine Schüler finden es in der Regel nicht anstößig, bei <Big Brother> auch mal Liebesszenen anzuschauen (Sex im Container steigert die Einschaltquoten erheblich), beurteilen auf der anderen Seite jedoch Voyeure und Spanner als pervers.
  Textgrafik zur Ideenlehre Platons
Die Textgrafik veranschaulicht den platonischen Dualismus. Das obere Dreieck symbolisiert die unsichtbare, übernatürliche Welt der Ideen, dessen Spitze von der höchsten denkbaren Idee eingenommen wird, der Idee des höchsten Vollkommenen. In der untersten Ebene am Übergang zur diesseitigen Welt der Erscheinungen weisen drei unterschiedliche Baumgrafiken auf das in der Realität nie erreichte Idealbild des Baumes im Reich der Ideen hin. Dies verdeutlicht die Grundlage der platonischen Lehre: Ohne Kenntnis des Idealbildes des Baumes wäre eine Identifizierung von einzelnen, vergänglichen und unterschiedlichen Bäumen gar nicht möglich. Wenn diese Grafik im Religionsunterricht eingesetzt wird, sollte der Unterschied zwischen der platonischen Gotteslehre (Gott als höchste Idee, die allen anderen Ideen Sein verleiht, vollkommen und unveränderlich, der Vernunft zugänglich usw.) und der biblischen (Gott in Bewegung, geht in die Welt ein, Gott kennt Mitleid, Leidenschaft, anthropomorph usw.) heraus gearbeitet werden.
 
Textgrafik dazu passend zur platonischen Lehre von der Seelenwanderung. Die präexistente Seele schaut vor ihrer Vereinigung mit dem Körper die Ideen in ihrer Reinheit. Durch die Verbindung mit der minderwertigen Materie vergisst sie die Ideen. Lernen ist demnach Wiedererinnerung an die reinen Ideen durch den Gebrauch der Vernunft. Folgerichtig muss die immaterielle Seele danach trachten, sich mehr und mehr vom Körperlichen (den Körper bezeichnete Platon als Grab der Seele) und damit von seinen Begierden zu befreien. Der Leib-Seele-Dualismus beeinflusste erheblich das Christentum, obgleich er dem Geist der Bibel radikal entgegen steht. Konsequent muss eine Seele wiedergeboren werden, die sich nicht genügend vom minderwertigen materiellen Bereich befreit hat. Nur die völlig gereinigte Seele vermag die höchste aller Ideen zu schauen. Daran wird erkennbar, dass Platon vielen esoterischen Richtungen als Grundlage diente - z.B. in der Anthroposophie von Rudolf Steiner. Im Religionsuntericht sollte der erhebliche Unterschied zwischen dem Leib-Seele-Dualismus Platons und dem biblischen Menschenverständnis heraus gearbeitet werden. Augustinus übernimmt die platonische Ontologie und identifiziert die Idee des höchsten Guten mit dem Gott der Bibel.
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  Zur Theodizeefrage
Grafik zum Mythos vom <werdenden Gott> aus Hans Jonas <Der Gottesbegriff nach Auschwitz> und eine dazu passende Tabelle zu dem Verhältnis der drei Attribute Gottes: Allmacht - Allgüte - Rationalität
Tabelle
Siehe auch: <Elie Wiesel, Wo ist Gott?>
Mythos
Siehe auch: Dawkins <Leiden in der Natur>
Siehe auch: Ditfurth <Evolution und Theodizee>
Siehe auch Polkinghorne <Gott ist das Letztgültige>
Siehe auch: Steven Weinberg, dessen Hauptargument gegen die Existenz Gottes das Theodizeeproblem ist
Übersicht über die verschiedenen Formen des Leidens und dessen Bekämpfung